Blasorchester Grasberg 
Zusammenspiel von Jung und Alt Anja Hartenberger und Axel Jagels bringen sich ehrenamtlich beim Blasorchester Grasberg ein

Reiner Tienken

Grasberg. Das Blasorchester Grasberg, das der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf angehört, führt Jung und Alt zusammen. Anja Hartenberger und Axel Jagels haben sich auf die Fahne geschrieben, sich für die Musiker zu engagieren. Die beiden Mitglieder aus dem Spartenvorstand bilden Kinder und Erwachsene aus.

„Es ist absolut ein Ausgleich“, sagt Anja Hartenberger. Für sie ist das Blasorchester eine sinnvolle Abwechslung, um vom mitunter stressigen Alltag abzuschalten. Die Borgfelderin gehört ebenso wie Axel Jagels der Abteilungsleitung seit 2012 an. „Ich spiele von klein auf Klarinette, fast schon 25 Jahre lang“, teilt die Mutter zweier Kinder mit. Früher ging Hartenberger ihrer Leidenschaft im Spielmannszug Lilienthal nach. Axel Jagels ist sozusagen der Methusalem im Blasorchester Grasberg. „Ich bin seit Anfang 1979 dabei“, sagt der Grasberger. Ein Jahr zuvor wurde das Blasorchester Grasberg, in dem Dietmar Quarz 30 Jahre lang eine prägende Figur war, gegründet. Ein Vierteljahrhundert spielte Jagels die Posaune, inzwischen ist der Selbstständige beim Bariton gelandet.

Musiker auch aus Hamburg

Den beiden Orchestermitgliedern liegt  die Gemeinschaft besonders am Herzen. Die TSG-Abteilung führt immerhin Instrumentalisten im Alter von acht bis 66 Jahren zusammen. „Dies ist das Schöne daran, dass das Blasorchester Jung und Alt verbindet“, sagt Anja Hartenberger. Auch familienübergreifend. Mit rund 20 Instrumenten verfügt die Einrichtung über ein breites Fundus an musikalischen Spielgeräten. Rund 40 Jugendliche und Erwachsene sowie zudem 30 Mädchen und Jungen im Nachwuchsorchester teilen mit Hartenberger und Jagels die Vorliebe für Blasinstrumente. Die Musikergruppe schließt auch Teilnehmer ein, die eine längere Anreise wie etwa aus Brake, Oldenburg oder Hamburg auf sich nehmen, um im Probenort ihrem Hobby nachzugehen. Geübt wird regelmäßig in der IGS Grasberg. Die Gemeinschaft wird innerhalb der TSG-Sparte im Normalfall auch einmal pro Jahr auf einer Orchesterfahrt gepflegt.

„Wir wollen Konzerte machen, damit alle etwas davon haben. Wir haben noch nie marschiert, wollen es nicht“, ist die Maxime, auf die sich Axel Jagels bei der Ausübung seines Hobbys beruft. Das Blasorchester ist gerade dabei, ein Filmmusikprojekt einzustudieren. Das Projekt wird vom Bundesmusikverband gefördert. Unter dem Titel „Grasberg goes Hollywood“, soll am Sonnabend, 17. Juni, um 19 Uhr im Autohaus Brinkmann am Grasberger Kreisel das Abschlusskonzert über die Bühne gehen. Bereits für Freitag, 9. Juni, ist ein Auftritt in der Grundschule Grasberg geplant.

Übungsalltag ist zurückgekehrt

Froh ist die Abteilungsleitung darüber, die Corona-Zeit hinter sich gelassen zu haben. „Wir konnten drei Jahre gar nichts machen. Die Zeit war ätzend“, sagt Anja Hartenberger. Die Pandemie habe aufs Gemüt geschlagen. „Wir waren die Ersten, die nicht mehr spielen durften, und die Letzten, die wieder durften“, führte Jagels aus. Infolge von Corona kehrten Personen dem Blasorchester Grasberg den Rücken. Inzwischen ist auch für die Instrumentalisten der Alltag wieder eingekehrt. „Wir haben es im Großen und Ganzen wieder im Gange“, berichtet Axel Jagels.

Die beiden ehrenamtlichen Helfer verweisen auf den Umstand, dass viel Aufwand und Lehrarbeit erforderlich ist, um im Erwachsenenalter im Orchester zu landen. „Wenn wir ein Kind später im Orchester haben wollen, müssen wir zehn ausbilden“, erläutert Jagels. Mit Raphaela Jend und Jakob Guizetti konnten zwei neue musikalische Leiter gewonnen werden. Das Konzert am 17. Juni dürfte für die Musiker ein erster Meilenstein in der Nach-Corona-Zeit sein. Gerne denken die Freizeitmusiker an die Auftritte bei Zeisner (2013), im Sendesaal von Radio Bremen (2016), auf dem Findorff-Hof (2017, 2019) und in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck (2018) zurück. Das Konzert in der Kreisstadt lockte mehr als 300 Zuhörer an. „Das war ziemlich cool“, erinnert sich Anja Hartenberger. In der näheren Zukunft sollen nun für das Blasorchester der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf möglichst weitere Meilensteine den Weg pflastern.

Wümme Zeitung vom 28.04.2023

21.11.2022

Wümme Zeitung

06.07.2022
WümmeZeitung 

19.12.2020
WümmeZeitung 

von Reiner Tienken


Mit dem Blasorchester besitzt der Verein ein weiteres Aushängeschild. „Wir leiden noch mehr unter den Corona-Auflagen“, betont Spartenleiter Axel Jagels. Im Dezember
stehen für die TSG-Bläser, die seit 1978 bestehen, im Regelfall wichtige Advents- und Weihnachtskonzerte an. Die Pandemie hat den Auftritten einen Riegel vorgeschoben. Mitte März war ein Konzert im Sendesaal in Bremen vorgesehen. Corona verhinderte das Gastspiel. „Wir sind breit aufgestellt. Darauf
sind wir stolz“, weist Anja Hartenberger auf die Vielfalt im Blasorchester hin. 2019 war der Besuch beim Bundesmusikfest in Osnabrück ein echtes Highlight. „Das Erlebnis im
Orchester ist ein Anreiz für die Kinder, weiter zu machen“, lobt Silke Bohnacker, die seit den Anfangsjahren dabei ist, das Gemeinschaftsgefühl der Abteilung. Die älteren Mitglieder im Blasorchester haben nebenbei eine Tradition bewahrt – sie unterhalten sich zumeist in der plattdeutschen Sprache.

Wümme Zeitung vom 09.12.2020
 

22.09.2020  WümmeZeitung

Magische Momente auf dem Findorffhof

Blasorchester Grasberg bietet dem begeisterten Publikum seines Serenadenkonzerts ein vielfältiges Programm

FR

Grasberg. „Wo müssen die Stühle hin? Wo ist das Plakat?“ Ein Trecker tuckert und überall wuseln fleißige Helfer. Auf dem Findorffhof in Grasberg herrscht bereits an einem Freitagmorgen reges Treiben. Der Grund: Am Abend findet hier das Serenadenkonzert des Blasorchesters Grasberg statt, das im Rahmen des Garten-Kultur-Festivals präsentiert wird – und dafür muss ordentlich vorbereitet werden. Viele Musiker haben sich den Tag frei genommen, um Stühle aufzustellen, die Bühne aufzubauen oder zu dekorieren.

Abends um 19 Uhr sitzen bei bestem Wetter rund 50 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne und etwa 20 weitere sitzen im Publikum. Doch welches Orchester sitzt hier? Das kann Anja Hartenberger, Vorsitzende des Blasorchesters, erklären: „Hier sitzt einerseits das Projektorchester und dazwischen sitzen Musiker des Blasorchesters. Spielen werden die Musiker als Projektorchester, als Blasorchester und alle gemeinsam unter der Leitung von Olaf Großmann.“

Eröffnet wird das Konzert von allen Musikerinnen und Musikern gemeinsam mit High Sierras von Douglas Wagner. Darauf folgt die Grand Canyon Suite und der dritte Teil des Hancock Buldings von Benoît Chantry. Hierzu weiß Sina Hartenberger zu erzählen, dass das Hancock Building in Chicago steht und die Zuhörerinnen und Zuhörer musikalisch erleben werden, wie der Fahrstuhl in den 86. Stock fährt und wie dann der Ausblick über Chicago schweift.

Darauf folgen Korean Folk Rhapsody von James Curnow, Smile von Timothy Travis und Teenage Dream/Super Bass von Viktor López. Diese Stücke präsentiert nur das Projektorchester. Für Angelique Metzger ist es das erste Konzert auf einer solchen Bühne. Seit zwei Jahren lernt sie in der Bläserklasse, die das Orchester an der IGS Lilienthal-Grasberg anbietet, das Euphonium zu spielen. Den Abschluss vor der Pause bilden Down Under von Timothy Travis, Beguine for Band von Glenn Osser und die Zugabe Moves Like Jagger, was im Original Maroon 5 und Christina Aguilera singen.

In der Pause muss wieder fleißig umgebaut werden und dann präsentiert sich das Blasorchester Grasberg unter der Leitung von Dietmar Quarz. Die Musiker begrüßen ihre Gäste mit Sei uns gegrüßt von Richard Wagner. Es handelt sich um eine Festmusik zum Empfang des Königs Friedrich August. Anja Hartenberger erzählt, dass Wagner in seinen Memoiren geschrieben habe, die Uraufführung sei der beste Tag seines Lebens gewesen, und wünscht den Zuhörerinnen und Zuhörern, dass auch sie die Musik an diesem wunderbaren Ort und dem tollem Wetter genauso genießen können.

Danach spielt das Orchester die Ouvertüre zur Oper Regina von Rossini und den Konzertwalzer vom Donauufer von Julius Fucik. Der Jägerchor aus der Oper Der Freischütz von Carl Maria von Weber stellt die Freuden der Jagd dar und wird von einem fröhlichem „Juho“ der Musiker gekrönt. Zu Slovanská Hudba erklärt Swantje Siemer den Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie in dieser Liederzusammenstellung der Komponisten Antonín Dvořák und Bedřich Smetana, unter anderem Klänge aus Aus der neuen Welt und aus Die Moldau hören werden.

Anja Hartenberger kündigt dann das Finale an und verspricht, dass es ein langes sein wird: Der Gefangenenchor aus der Oper Nabucco von Verdi, Highland Cathedral von Michael Korb und Uli Roever sowie Eventide Fall von Alfred Bösendorfer. Diese drei Stücke spielt das Orchester im Kerzenschein, ganz ohne Scheinwerfer – und sorgt damit für einen weiteren magischen Moment.